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Angst-und Panikhilfe Schweiz

Diagnostik und Behandlung

Welche Angststörungen gibt es, wie werden sie unterschieden und behandelt? Die Fachbeiträge von Dr. Hättenschwiler und Dr. Höck geben Auskunft:

Publikation Diagnostik

Furcht und Angst sind jedem Menschen bekannt und helfen, sich risikobewusst mit der Umwelt auseinanderzusetzen. Sie treten als normale Reaktion in objektiv oder subjektiv bedrohlichen Situationen auf. Je nach Intensität kann Angst zu zielgerichtetem, zweckmässigem Handeln führen oder lähmen. Ein gewisses Mass an Angst fördert die Leistung, die bei mittlerer Aktivierung am besten, bei hoher oder niedriger Aktivierung dagegen schlechter ist (Yerkes-Dodson-Gesetz).

Etwa 15–20% der Menschen leiden irgendwann unter einer Angststörung. In der Allgemeinpraxis sind mehr als 10% der Patienten davon betroffen. Weniger als 50% der Fälle werden diagnostiziert und nur ein kleiner Teil wird behandelt. Gründe dafür sind: Scham der Patienten, über Angst zu sprechen, Befürchtungen, als psychisch krank etikettiert zu werden oder einseitige Wahrnehmung körperlicher Symptome. Viele Ärzte sind mit der Diagnose und Therapie von Angststörungen noch wenig vertraut, was zu einseitiger körperlicher Abklärung führen kann[3]. Erschwert wird die Diagnose oft auch durch andere, gleichzeitig vorliegende Störungen.

Zur Publikation Angststörungen Diagnostik
Literatur Angststörungen Diagnostik

Autoren: Dr. med. Josef Hättenschwiler, Dr. med. Paul Höck
Erschienen im: PRAXIS Schweiz Med Forum Nr.6, 6. Februar 2002

Publikation Behandlung

Angsterkrankungen verlaufen unbehandelt oft fluktuierend und neigen zu Chronifizierung. Durch eine fachgerechte Behandlung lassen sich Ängste in der Regel günstig beeinflussen. Panikattacken, Erwartungsangst, Vermeidungsverhalten und generalisierte Angst können vermindert oder völlig abgebaut werden. Auch lassen sich Begleiterkrankungen als Komplikation verhindern, deren häufigste Depressionen oder Suchterkrankungen sind.

Die Ursachen von Angst sind vielfältig und müssen sorgfältig abgeklärt werden, damit eine gezielte Behandlung durchgeführt werden kann. Ist Angst körperlich verursacht oder Teil einer anderen psychischen Störung, steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund. Kann diese nicht in nützlicher Zeit gebessert werden, ist die symptomatische Behandlung der Begleitangst unumgänglich, was sich meist positiv auf den Verlauf der Grunderkrankung auswirkt.

Zur Publikation Angststörungen Behandlung
Literatur Angststörungen Behandlung

Autoren: Dr. med. Josef Hättenschwiler, Dr. med. Paul Höck
Erschienen im:
PRAXIS Schweiz Med Forum Nr.7, 13. Februar 2002

Publikation Notfallmedizin

Patienten mit Angstzuständen nehmen häufig und in steigendem Mass Notfallärzte und Ambulanzen in Anspruch. Oft hat sich der Zustand bei Eintreffen des Arztes schon gebessert. Angst kann jedoch Vorläufer oder ein Leitsymptom einer vitalbedrohenden Erkrankung sein. Deshalb ist auch bei einem zunächst als «Bagatellfall» erscheinenden Angstsyndrom eine sorgfältige körperlich-neurologische Untersuchung, einschliesslich ergänzender Laborkontrollen erforderlich. Die Behandlung von Angstzuständen in der Notfallsituation besteht in entlastenden, ermutigenden Gesprächen und psychopharmakologischen Interventionen. Zu berücksichtigen sind mögliche Wechselwirkungen mit missbräuchlich oder indizierten anderen Medikamenten oder Noxen, die nicht selten verschwiegen werden.

Die Publikation „Frühzeitig erkennen – konsequent behandeln“ von Prof. Dr. med. Horst Berzewski des Psychologisches Instituts der Universität Potsdam, gibt Anleitung, wie Angstzustände in der Notfallsituation behandelt werden sollten.

Zur Publikation Angststörungen Notfallmedizin
Literatur Angststörungen Notfallmedizin

Autor: Prof. Dr. med. Horst Berzewski
Erschienen im:
Notfallmedizin 28 (2002) Nr. 6