APHS >> Psychotherapie
Angst-und Panikhilfe Schweiz

Psychotherapie

Therapien und Therapeuten können dem Patienten bei der Bewältigung seiner Angststörung behilflich sein. Mangelnde oder falsche Behandlung führen leider noch viel zu oft zu Komplikationen und Chronifizierung mit schlimmen Auswirkungen für den Patienten.

Es gibt nicht einfach «die Psychotherapie». Unter diesen Begriff fallen alle psychologischen Behandlungsverfahren zur Heilung oder Linderung von Störungen im seelischen Bereich, in den sozialen Beziehungen, im Verhalten oder auch in bestimmten Körperfunktionen. Mit Entspannungsverfahren, Gesprächen oder kognitiven Methoden werden Störungen des Erlebens, Denkens und Handelns erfasst und behandelt. Eine Kombination aus Psychotherapie und der Verabreichung von entsprechenden Medikamenten ist eine der wirksamsten Behandlungstherapien, um Betroffenen zu helfen. Es ist für den Laien praktisch unmöglich im Dickicht der zahlreichen Therapierichtungen die Spreu vom Weizen zu trennen. Psychotherapien sind wirksame Behandlungsverfahren, die unsachgemäss angewendet, erhebliche «Nebenwirkungen» haben können.

Zu den erfolgreichsten und wissenschaftlich anerkannten Verfahren der Psychotherapie gehört die Kognitive Verhaltenstherapie, welche gerade in der Behandlung von Angst -und Zwangsstörungen besonders gut erforscht ist.

Die psychotherapeutische Behandlung

Wie wissenschaftliche Studien gezeigt haben, kann eine Angststörung erfolgreich mit Psychotherapie, insbesondere mit der Verhaltenstherapie, die gut mit Medikamenten kombinierbar ist, behandelt werden. Unter Verhaltenstherapie versteht man eine psychotherapeutische Behandlungsform, die meist in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten verläuft:

Diese Behandlungsform basiert auf ausführlichen Gesprächen zwischen Patient und Therapeut, der sogenannten Verhaltensanalyse. Dabei wird zunächst innerhalb weniger Sitzungen geklärt, welche Bedingungen und Auslöser die Angststörung mitverursacht und ausgelöst haben, welche Faktoren die Probleme jetzt aufrecht erhalten und welche Komplikationen dadurch entstanden sind. Dabei wird in der Regel die gesamte Lebenssituation in die Gespräche einbezogen.

Eine wichtige Hilfe stellen bei der Verhaltensanalyse und dem Therapieverlauf die Angsttagebücher dar, mit denen Betroffene lernen sollen, diese Bedingungen und Auslöser zu erkennen und im späteren Verlauf ihre Übungen zu strukturieren. Entsprechend der jeweiligen Problemlage des einzelnen Patienten sowie den Rahmenbedingungen, z.B. der zur Verfügung stehenden Zeit, dem Schweregrad der Angststörung und der Wahl der Medikamente, kommen dann recht unterschiedliche Therapiemassnahmen zum Einsatz, die in unterschiedlicher Weise an verschiedenen Aspekten der Störung und den daraus entstandenen Komplikationen ansetzen können.

Die wichtigsten Elemente einer erfolgreichen Psychotherapie bestehen darin,

  • mittels praktischer Übungen (Exposition) zu lernen, wie man den Teufelskreis von Angst und Vermeidungsverhalten durchbrechen kann,
  • mittels gedanklicher Übungen (=kognitive Therapie) zu lernen, wie man den Teufelskreis von Gedanken, Gefühlen, körperlichen Reaktionen und Verhalten aktiv bewältigen kann,
  • Strategien zu lernen, wie man sich selbst beim Umgang mit akuten Angstgefühlen helfen kann und
  • gegebenenfalls Entspannungsverfahren zu lernen, um die erhöhte Angstbereitschaft zu senken sowie
  • Übungen durchzuführen, die zu einer verbesserten sozialen Kompetenz führen.

Quelle: Ratgeber Soziale Phobie, Wege aus der sozialen Phobie
Hans-Ulrich Wittchen, Esther Beloch, Ela Garczynski, Roche Verlag

Die Psychoanalyse und kognitive Verhaltenstherapie

Die Psychoanalyse ist im Fall einer akuten Angststörung nicht ratsam.

Kognitiv heisst: das Erkennen (Wahrnehmen, Denken) betreffend. Bei einer Verhaltenstherapie geht es nicht darum, das Dasein zu sezieren. Alle verhaltenstherapeutischen Verfahren sind problem-, ziel- und aktionsorientiert. Man geht davon aus, dass ungünstige, problematische Verhaltensweisen erlernt wurden und wieder verlernt werden können.