APHS >> Uncategorized >> Regina Lohri
Angst-und Panikhilfe Schweiz

Regina Lohri

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Leserinnen und Leser

Die Mitgliederversammlung der aphs hat mich am 13. Mai 2017 in den Vorstand gewählt. Ich möchte mich Ihnen deshalb gerne vorstellen: Ich heisse Regina Lohri, bin 57 Jahre alt, Single und wohne in Brig-Glis im Oberwallis. Ich habe 1981 in Visp mein Diplom als Krankenschwester AKP gemacht und anschliessend 11 Jahre in verschiedenen Spitälern in der Deutsch-Schweiz, mehrheitlich in der Region Zürich – gearbeitet. Am Züri See hat es mir immer sehr gut gefallen, ein See im Oberwallis, das wäre einfach nur super.

Einerseits aus gesundheitlichen Gründen, aber auch weil ich unbedingt noch einen neuen Beruf erlernen wollte, habe ich mich umgeschult. In der damaligen SKA (heutige Credit Suisse) habe ich mit 31 Jahren die riesige Chance erhalten, mich kaufmännisch weiterzubilden – obwohl ich kaum wusste, wie ein Couvert korrekt angeschrieben wurde. Auch einen Computer hatte ich bis dato noch nie gesehen. Nach 13 Jahren wechselte ich dann in ein grosses Spital in Bern, wo ich bis heute als Direktionsassistentin arbeite. Nach fast 25- jähriger Abwesenheit wohne ich heute wieder im Wallis.

Von Tür zu Tür bin ich rund 3 Stunden täglich unterwegs. Im Zug habe ich viel Zeit zum lesen. Bei der aphs bin ich seit vielen Jahren Mitglied und erhalte entsprechend das Patientenmagazin Angst & Panik. Irgendwo zwischen Spiez und Thun habe ich das Editorial der Broschüre Nr. 1/2016 von Pierrette Siegel gelesen. Pi – so wird sie von uns genannt – hat darin mitreissend und intensiv erzählt, wie unglaublich schwierig die Jahre 2015/16 für den Verein waren. Das 2016 nannte sie sogar das für die aphs schwärzeste Jahr seit der Gründung vor 16 Jahren, der Verein stand vor der Auflösung. Sie hat aber auch beschrieben, wie sie zusammen mit Melinda Ahmil mit enormem Engagement, unzähligen ehrenamtlichen Stunden und der Unterstützung von agile.ch den Verein weiterführen und weiterentwickeln will. Da hat es bei mir klick gemacht und ich habe kurz entschlossen im März 2017 erstmals an einer aphs-GV teilgenommen. Pi, Melinda, Nadine Schmutz und ich waren uns auf den ersten Blick sehr sympathisch.

Um uns besser kennenzulernen, habe ich bis zur ordentlichen GV vom 13. Mai 2017 auf Vorstandsebene mitgearbeitet. Wir haben sehr schnell gemerkt, dass ich den Verein vor allem im administrativen Bereich unterstützen kann. Als Direktionsassistentin kann ich viele Inputs einbringen und Themen übernehmen – und auf der anderen Seite enorm viel von meinen Vorstandskolleginnen über den Verein lernen. Nebst der Vorstandsarbeit beschäftige ich mich zur Zeit hauptsächlich mit der Aufarbeitung der Vereinsgeschichte. Ziel ist der Aufbau einer Informations- und Dokumentationsstelle. Dazu arbeite ich mich durch die Seiten des «alten» aphs-Internet-Auftritts. Es ist ganz unglaublich, welch einen Schatz an Informationen der frühere Vorstand und der Webmaster dort den Vereinsmitgliedern zur Verfügung gestellt hat. Dieses Wissen darf keinesfalls verloren gehen. Ich speichere jede Seite und jeden Link als PDF Datei ab. Seit einigen Tagen arbeite ich mich durch die News-Ticker von 2002 bis 2015. Es handelt sich um rund 195 Newsmeldungen – die Themen sind dabei breit gefächert: Informationen zu den verschiedenen Angsterkrankungen und deren Therapiemöglichkeiten, zu Selbsthilfegruppen, spezialisierten Aerztinnen und Aerzten bis hin zu Büchern und Ratgebern. Interviews, Filmdokumentationen, Artikel in Printmedien etc. – alles wurde sorgfältig dokumentiert und hinterlegt. Wir werden im Vorstand entscheiden, welche noch immer relevanten und interessanten Themen wir auf die neue Webseite übernehmen und Ihnen wieder zugänglich machen wollen.

Eine neue Freundin von mir leidet an einer sehr schweren Angsterkrankung. Alleine kann sie ihre Wohnung nur in einem sehr engen Rahmen verlassen. Und dies auch nur in ihrem Auto. Sie kann weder Bus noch Zug fahren oder alleine einkaufen oder spazieren gehen. Sie hat den Verein aphs nicht gekannt. Als ich ihr Informationsmaterial der aphs abgegeben habe, hatte sie Tränen in den Augen. Sie konnte kaum glauben, dass es so vielen Menschen gleich oder ähnlich geht wie ihr. Für sie und alle anderen Angstbetroffenen und deren Angehörigen mache ich bei der aphs mit.

Herzliche Grüsse
Regina Lohri