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Angst-und Panikhilfe Schweiz

Entstigmatisierung

Die aphs fördert mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit die Entstigmatisierung (Enttabuisierung).

Bereits 1993 schrieb Prof. U. Wittchen (Max-Planck-Institut für Psychiatrie) in der Zeitschrift «Der Spiegel», dass wir im Jahrzehnt der Angst leben: Wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen, welche uns noch bevorstehen, werden uns aber auch in diesem Jahrzehnt diesbezüglich keine Besserung bringen. Im Gegenteil, es wird noch eine Steigerung erwartet.

Schicksal vieler Angstpatienten

Nachdem die Erstabklärungen (EKG / Schilddrüsenfunktion / Blutdruck usw.) keinen Befund ergeben, aber beim Betroffenen meist nur eine vorübergehende oder gar keine Besserung eintritt, werden die beschriebenen Massnahmen mehrere Male wiederholt – doch in den meisten Fällen ohne anhaltenden Erfolg. Damit beginnt oftmals eine Odyssee von Arzt zu Arzt. Auch der Absturz in den Alkohol oder die Tablettensucht kann eine Folge sein.

Angsterkrankungen, welche nicht als solche erkannt und daher nicht adäquat behandelt werden, nehmen oft einen dramatischen Verlauf: Sie beeinträchtigen die Lebensqualität massiv und gehören unbestritten zu den Krankheiten mit dem grössten Verdeckungspotential.

Versicherungsprobleme und ökonomische Folgen

Beim Versuch der Wiedereingliederung ergibt sich folgendes Problem mit Versicherungen: Will ein Angstpatient, der bereits Renten (IV, Pension der 2. Säule) bezieht, wieder arbeiten und muss wegen einem Rückfall drei Monate später den Versuch abbrechen, so hat er mit massiven Konsequenzen zu rechnen. Seine IV-Rente wird neu hinterfragt und beurteilt und die Pensionsleistungen könnten gar ganz wegfallen!

Von den Milliarden von Franken, die jährlich für das Gesundheitswesen aufgewendet werden, entfällt ein grosser Teil auf Erkrankungen des Nervensystems. Davon geht wieder ein nicht zu unterschätzender Teil auf das Konto krankhafter Ängste. Es handelt sich also auch um ein gesundheitsökonomisches Problem.

Keine Unterstützung für Angstpatienten in der Schweiz

Mit Ausnahme einiger Selbsthilfegruppen, die in der gesamten Deutsch-Schweiz keine 100 Betroffene repräsentieren, gibt es in unserem Land keine Institution, welche sich für Angst- und Panikkranke und deren Angehörige einsetzt. Über neueste Forschungen, welche weltweit, insbesondere auch im deutschsprachigen Raum laufen, werden wir nicht oder nur ungenügend informiert. In der Schweiz werden Selbsthilfegruppen weder von Kantonen noch vom Bund finanziell unterstützt. In Deutschland fördert beispielsweise die Stadt München eine private Organisation, welche sich für diese Patientengruppe einsetzt, mit finanziellen Mitteln.